Die letzten ihrer Art: Nur noch etwa 12 Vaquitas leben!

Sehr schlechte Nachrichten haben uns erreicht: Vaquitas kurz vor dem Aussterben!

Nicht mehr als ein Dutzend Individuen des vom Aussterben bedrohten Kalifornischen Schweinswals (Phocoena sinus), auch bekannt als Vaquita, leben noch. Wenn nicht ein Wunder geschieht, bedeutet dies, dass diese Art nicht mehr vor dem Aussterben gerettet werden kann und wir sie verlieren, für immer. Diese Befürchtung hatten wir bereits letztes Jahr, seit den Erhebungen und Berichten des Internationalen Komitees zum Schutz der Vaquitas, mit der Meldung, es wurden nurmehr etwa 30 Vaquitas 2017 im Golf gezählt. Nun ist die Situation noch dramatischer. Auf nicht mehr als etwa 12 Tiere wird der Bestand geschätzt, berichtet aktuell Mongabay, ein nicht-kommerieller Nachrichtendienst (news.mongabay.com) in einem Interview mit Andrea Crosta, dem Geschäftsführer und Mitbegründer der Internationalen Wildtier-Beobachtungsgruppe ‚Elephant Action League‘. Crosta berichtete, dass diese Information von mehreren Quellen herrührt, er selbst war im Februar 2018 an Bord eines Schiffes von Sea Shepherd gewesen. Wissenschaftler verschiedener Institutionen und Organisationen sind mit Unterwassermikrofonen im begrenzten Gebiet der Vaquitas unterwegs gewesen und haben nur noch sehr wenige Echolot-Aufnahmen machen können.

Illegaler Handel mit den Schwimmblasen eines Umberfisches, die zu angeblichen medizinischen Zwecken in China genutzt werden, ist ursächlich, denn der hoher Preis und die starke Nachfrage führen zu illegaler Fischerei genau in dem Gebiet, in dem die letzten Vaquitas leben. In den Grundstellnetzen verfangen sich die kleinen Wale und ertrinken.

Der illegale Handel mit Produkten bedrohter Tierarten nach China muss endlich durch drastische Maßnahmen der chinesischen Regierung, massiv verstärkte Kontrollen und hohe Strafen, beendet werden. Die medizinische Wirkung ist weder bei Nashorn-Horn noch Tigerpenis noch sonstigen absurder- und ekelhafterweise genutzten Tierteilen und deren Produkten nachgewiesen und in der heutigen Medizin durch tatsächlich wirkungsvolle Medikamente ersetzbar und auch die traditionelle chinesische Medizin wie Akupunktur oder Pflanzenheilkunde bietet Alternativen. Doch der Aberglaube rottet eine Tierart nach der anderen aus oder fördert extreme Tierquälerei wie beispielsweise die Haltung von Bären in gerade mal körpergroßen Käfigen mit Schlauch in die Galle zum Abzapfen von Bärengalle.

Die Vaquitas sind mit dem Chinesischen Flussdelfin (Jangtse-Delfin, Baiji, Lipotes vexillifer) nun die zweite Kleinwalart, die in heutiger Zeit durch den Menschen ausgelöscht worden ist, trotz internationaler Schutzbemühungen, die gegen die Kriminalität des Geschäfts mit Produkten bedrohter Tiere oder der massiven Umweltzerstörung und -verschmutzung durch den Menschen nicht ankommen.

Folgt dem Aussterben der Vaquitas bald die völlige Auslöschung der Orang-Utans in freier Wildbahn durch Abbrennen der Wälder und Einrichtung von Ölpalm-Plantagen? Es gibt nur noch etwa 100 Sumatra-Nashörner und etliche andere Spitzenarten stehen am schmalen Grad des Artentodes. Was muss alles noch passieren? Das Aussterben dieser Arten ist ein Armutszeugnis für uns Menschen, die behördlichen Bemühungen, die Politiker, die Regierungen und den internationalen Artenschutz.

Nur ein absolutes Fischfangverbot im Gebiet der Vaquitas und die Entschädigung der Fischer und Beschäftigung als Ranger und Geld für militärische Kontrollen hätten vielleicht eine Wirkung haben können, es hätte viel mehr Geld und Jobmöglichkeiten in die Region zum Schutz der kleinen Wale fließen müssen, um deren Wert so zu steigern, dass die illegale Fischerei nach Fischschwimmblasen nicht reizvoll gewesen wäre.

Aber nun ist es wahrscheinlich zu spät und das ist sehr bitter und sehr traurig. Diese anmutigen, besonders aussehenden kleinen Wale zu verlieren, ist ein sehr großer Verlust. Wenn wir sie nicht retten können, wie seht es dann mit weniger bekannten oder anmutigen Tierarten aus? Das große, vom Menschen verursachte Artensterben ist in vollem Gange, mehr als 50% haben die Tierpopulationen weltweit in den letzten 50 Jahren abgenommen. Wie können wir es aufhalten? Nur gemeinsam und mit neuen Ansätzen und Ideen und indem es jeden angeht. Die Tierarten zu retten und zu bewahren, ist unsere Pflicht, es betrifft jeden Einzelnen. Helfen Sie bitte mit aller Kraft dabei! Setzen Sie sich mit allen Ihren Möglichkeiten vehement für den Artenschutz und gegen die massive Umweltzerstörung ein.

Um noch einmal verstärkt auf die dramatische Situation der kleinen Wale aufmerksam zu machen und sich für die Rettung der letzten Vaquitas eizusetzen, gibt es die Möglichkeit, eine aktuelle Petition an die mexikanische Regierung zu unterschreiben. Bitte beteiligen Sie sich.

Denise Wenger, Juli 2018