Vaquita – vom Aussterben bedroht

Vaquita – Der kleinste Wal – Art ist vom Aussterben bedroht!

Können wir das Aussterben des kleinsten Schweinswals noch verhindern?

Schweinswale e.V. setzt sich für das Überleben der Vaquitas in Mexiko ein. Wir müssen schnell und effektiv handeln – sonst kann das Aussterben dieser Art nicht mehr verhindert werden – bitte helfen Sie den kleinen Walen mit Ihrer Spende!

Bild vom Vaquita © Courtesy of William Shepard and Unidos para la Conservación, A.C.
Bild: © Courtesy of William Shepard and Unidos para la Conservación, A.C.

 Der Hafenschweinswal (Phocoena sinus)  – Vaquita

Erst vor 50 Jahren wurde der kleine Schweinswal als endemische Art im mexikanischen Golf von Kalifornien entdeckt. Er ist erwachsen nur etwa bis zu 1,50 m groß, grau gefärbt mit feinen schwarzen Streifen, die von den Flippern bis zum Mundwinkel ziehen. Sein Auge ist von einem dunklen Ring umgeben, das ihm einen Harry Potter-Look gibt, die Lippen sind dunkel. Er hat eine fast sichelförmige Fluke, die an den Enden spitz ausläuft.

Noch vor 20 Jahren schwammen annähernd 600 der kleinen Schweinswale im Golf – heute sind nur noch etwa 100 von ihnen übrig geblieben. Die Haupttodesursache, die so verheerend die wenigen noch verbliebenen Wale vernichtet, ist ihr Beifang in Fischernetzen, vor allem Stellnetzen. Zudem macht ihnen die Wasserverschmutzung mit Pestiziden u.a. im Golf zu schaffen.

Ein Fisch wird ihm zum Verhängnis

Das Schicksal des Vaquita ist eng mit dem einer anderen bedrohten Art verwoben, dem mexikanischen Totoaba, einem Umberfisch. Dieser Barschverwandte kann bis zu 200 Pfund schwer werden und lebt nur im nördlichen Teil des Golfs von Kalifornien, auch Cortés-See genannt. In der Cortés-See, die in ihrer Größe mit der Adria vergleichbar ist, sind auch die Vaquitas bzw. Hafenschweinswale beheimatet. Wie die Wale, verlässt auch der Totoaba den Golf nie. Das nördlich anschließende Mündungs-Ästuar des Colorado-Flusses dient als Laich- und Entwicklungsgebiet der Jungfische. Die Totoaba-Schulen zogen früher vom Spätherbst bis in den Frühling immer wieder zum Laichen in das brackige Mündungsgebiet des Flusses, dessen Salinität von 2 % für die Jungfische optimal ist. Seit Jahrzehnten findet aber nur mehr einmal – im Februar (falls überhaupt) – ein Laichzug statt.

Der Totoaba – sein Name entspringt indianischen Wurzeln – wurde jahrzehntelang stark befischt und schließlich so selten, dass er 1975 unter Schutz gestellt wurde. Mit seiner Befischung einher ging ein hoher Beifang an Vaquitas. Dies endete auch nicht mit dem Fischereiverbot für Totoaba, denn andere Fischereien, z.B. nach Garnelen, entwickelten sich dann im Gebiet und die kleinen Wale verendeten weiterhin in großer Stückzahl in Netzen als Beifang.

Bisherige Schutzbemühungen greifen nicht!

Schließlich wurde 1993 der Obere Golf von Kalifornien von Mexikos Präsident Carlos Salinas zum Biosphärenreservat erklärt. Jegliche Nutzung um die Mündung des Colorado Flusses wurde verboten.

Auch ein Verbot der Offshore-Garnelenfischerei in einem größeren Gebiet war im Biosphärenplan vorgesehen, und eine Beschränkung der Küstenfischerei der sogenannten “pangas“, das sind kleine Fischerboote mit Netzen, deren geringere Maschengröße ein Verwickeln der Schweinswale verhindern sollte.

Doch alle diese Vorschriften wurden in der Praxis nicht umgesetzt oder umgangen und das Sterben der Vaquitas ging und geht weiter. Das Biospärenreservat umschloss auch nicht das gesamte Verbreitungsgebiet der Schweinswale und zahlreiche Beifänge ereigneten sich außerhalb.  Deshalb handelte Mexiko 2005 mit der Einrichtung einer Vaquita-Schutzzone und einem Programm zum Schutz des Vaquitas. Mehr als 1 Million US Dollar vergab die mexikanische Regierung an die an dem Golf angrenzenden Staaten Baja California und Sonora für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen und Projekte mit Fischern, um „Vaquita-freundliche“ sprich nicht tödliche Fischereigeräte zu erproben und zur Fischerei alternative Einnahmequellen zu erschließen. Doch nach Informationen von Wissenschaftlern, die sich mit der Hafenschweinswal-Population beschäftigen, hatte sich die Pangas-Fischerei innerhalb des Schutzgebiets sogar verdoppelt.

Schwimmblase als Aphrodisiakum

Unglücklicherweise ist ein weiteres Problem aufgetaucht: es hat sich ein blühender Schwarzmarkt für die Schwimmblase des Totoaba entwickelt und die illegale Fischerei angeheizt, denn bis zu 8,000 US$ pro Kilogramm werden in den USA dafür erzielt und in China – bekannt für alle Arten der tierquälerischen und artenvernichtenden „Naturmedizin“ – sogar bis zu 10.000 US$ (umgerechnet) geboten! Der hohe Collagenanteil der Schwimmblase soll eine Verjüngung der Haut bewirken und ebenso sind die Schwimmblasen – wie kann es anders sein! – als Aphrodisiakum in China genutzt, wie so vieles andere auch, das das Überleben von Nashorn-Arten, Tigern und vielen anderen Arten gefährdet. (Wir empfehlen: Wenn die Männer in China schon solche Potenzprobleme haben, sollen sie doch zeitgemäß auf Viagra umsteigen, anstatt durch ihren Konsum und ihre Nachfrage der Jagd auf großen bedrohte Säugetierarten Vorschub zu leisten, die selbst die majestätischsten auf der Welt ausrottet! Wäre doch ein gutes Werbeprogramm als Regierungsmaßnahme, oder? Nehmt Viagra statt Tigerpenis, Nashornhorn oder Schwimmblasen von bedrohten Fischen!)

Alle Schutzmaßnahmen greifen nicht, wenn illegaler Handel und Schmuggel stetig wachsen. 2013 haben mexikanische Behörden Schwimmblasen im Wert von 2,25 Millionen US$ beschlagnahmt. Und im Zuge des illegalen Fangs des Fisches sterben Vaquitas als Beifang qualvoll in den Fischernetzen.

Doch auch wenn Präsident Pena Nieto das Schutzgebiet erweiterte und das Militär-Kontrollen im Gebiet durchgeführt werden, kosten die illegalen Machenschaften weiterhin Opfer unter den kleinen Walen.

Wie bedrohlich die Überlebenssituation für diese kleine Schweinswalart ist, zeigen die Zahlen der Studie des CIRVA (Comité International para la Recuperacón de la Vaquita): die Experten schätzten 2014, dass es nur noch 97 Individuen gibt, davon nur 25 Weibchen im fortpflanzungsfähigen Alter. Im Mai 2016 teilte die mexikanische Regierung sogar mit, dass der Bestand auf nur noch etwa 60 Individuen gesunken ist. Für eine Notbremse ist es schon fast zu spät – es muss jetzt umfassend gehandelt werden!!! Wenn nicht alle Netze sofort aus dem Lebensraum der Vaquitas verschwinden und der Lebenraum unter strengstem Schutz gestellt und bewacht wird, könnten sie bereits 2018 ausgestorben sein! So extrem ist die Situation!

Das Überleben der letzten Hafenscheinswale ist bedroht. Nur ein vollständiger Stopp des Handels mit den Fisch-Schwimmblasen und massiv verstärkte, effektive Kontrollen im Gebiet können ein Überleben noch ermöglichen. Es gibt sogar den Vorschlag, die Vaquitas einzufangen und ein Gefangenschaftszuchtprogramm aufzubauen. Doch der mit dem Fang verbundene Stress und dadurch verursachte Todesfälle könnten unserer Meinung nach nur noch mehr schaden. Damals vor etwa 25 gab es auch ähnliche Pläne für den Chinesischen Flussdelfin, die aber nie funktioniert haben und er gilt heute als ausgestorben.

Globale Unterstützung nötig!

Internationale Aufrufe, einschließlich die Internationalen Walfangkommission, fordern verstärkte Bemühungen, um das Aussterben zu verhindern. Die Welt ist aufgerufen, sich auch finanziell am Schutz zu beteiligen und Mittel und Fachwissen einzubringen. Hoffentlich ist es nicht schon zu spät für den Vaquita! Sein Aussterben wäre ein weiteres Armutszeugnis für den internationalen Artenschutz.

© / Schweinswale e.V.

Schweinswale e.V. möchte zu schnellen Schutzmaßnahmen beitragen! Bitte helfen sie dem Vaquita mit Ihrer Spende! Damit sollen Schutzmaßnahmen vor Ort unterstützt werden. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Vaquitas muss unter strengsten Schutz gestellt und überwacht werden. In geschützter Freiheit ist unserer Meinung nach die Überlebenschance höher – doch es muss jetzt gehandelt werden! Schweinswale e.V. unterstützt dabei die Vorschläge des North American Marine Protected Areas Network (NAMPAN) http://www2.cec.org/nampan/species/vaquita und unterstützt Schutzprojektarbeiten vor Ort..

hier geht’s zum Spendenformular. Vielen Dank.