Schweinswale und ihre Wanderungen in die Weser

Der Schweinswal (Phocoena phocoena) ist die einzige in Deutschland heimische Walart, das heißt, Schweinswale kommen ganzjährig in den deutschen Gewässern in Nord- und Ostsee vor und bringen hier auch ihre Jungen zur Welt. Als küstennah lebende Art sind sie durch viele menschliche Aktivitäten in ihren Lebensräumen bedroht.

Schweinswal. Foto: S. Koschinski | FjordBaelt, DK; fjord-baelt.dk
Schweinswal guckt neugierig, typisches Merkmal: stumpfe Schnauze
© S. Koschinski | FjordBaelt, DK; fjord-baelt.dk

Aussehen und Biologie des Schweinswals
Der „Gewöhnliche Schweinswal“ kommt in den kalten, aber eisfreien Küstengewässern des Nordatlantiks und Nordpazifiks sowie im Asowschen und Schwarzen Meer vor. Man hat insgesamt drei Unterarten festgestellt. Die kleinen Wale können bis 1,90 Meter groß, und bis zu 65 Kilogramm schwer werden, wobei die Weibchen größer als die Männchen werden. Der Rücken unserer heimischen Schweinswale ist dunkel bis schwarz gefärbt, der Bauch ist heller, oft fast weiß. Vom Mundwinkel führt eine schwarze Zeichnung bis zum vorderen Ansatz der Flipper. Von vorne gesehen haben die kleinen Wale einen zugespitzten Mund und scheinen zu lächeln, da die Mundwinkel nach oben gezogen sind, sie haben aber keine Mimik und können dies nicht verändern. Zu ihrer Nahrung zählen Schwarmfische wie Hering, Makrele, Kabeljau, Sandaale, aber auch Tintenfische und Krebstiere. Schweinswale können bis zu 7 Minuten tauchen und bis zu 22 km/Stunde schnell schwimmen. Im Sommer ist Paarungszeit und nach einer Tragzeit von 10 bis 11 Monaten kommen die Kälber meist ab Juni etwa 50-70 cm groß und circa 5 kg schwer zur Welt.

Markant als Erkennungsmerkmal beim Beobachten ist die kleine dreieckige Rückenfinne und die rollende Bewegung, mit der die Wale zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen und gleich wieder untertauchen, man erhascht meist nur einen flüchtigen Blick auf den Rücken, zu hören ist ein kurzer schnaubender Blas.

Schweinswal Rollende Bewegung beim Auftauchen
Schweinswalrücken und Finne
© S. Koschinski, Fjord & Baelt, DK

Bedrohungsfaktoren
Schweinswale waren in früheren Zeiten sehr häufig. Anfang der 1950iger Jahre aber verschwanden sie mehr und mehr von der Nordseeküste und wurden immer seltener. Mehrere Gründe waren für ihren Rückgang verantwortlich: Durch die Industrialisierung und enorme Verschmutzung und Verbauung der Flüsse und Küsten gingen viele Fischarten verloren oder wurden zahlenmäßig stark dezimiert und damit schwand die Nahrung der Wale. Umweltgifte, die damals einfach in die Flüsse entsorgt wurden, wie Quecksilber und andere Schwermetalle, polychlorierte Biphenyle (PCBs) und weitere Gifte aus Industrie und Landwirtschaft, die über die Flüsse in die Meere gelangten, reicherten sich in den am Ende der Nahrungskette stehenden Walen an. Viele dieser Stoffe wirken sich negativ auf das Immunsystem, die Fertilität und den allgemeinen Gesundheitszustand der Tiere aus und machen sie auch für Parasiten und Krankheitserreger anfälliger (SIEBERT et al. 1999, 2001, BENKE et al. 2005).

Zudem wurden die Meeressäuger noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts als Proteinquelle direkt bejagt. Der ungewollte, aber häufige und qualvolle Beifangtod in Fischernetzen forderte und fordert zusätzliche Opfer. Durch die unzerreißbaren, monofilamenten Kunststoffnetze und Ausweitung der industriellen Fischerei ist dieses Problem mittlerweile zur Haupttodesursache für die kleinen Wale geworden. Die Überfischung der Beutearten, die auch für den Menschen in der Fischerei eine Rolle spielen, reduziert zudem ihre Lebensgrundlage. Zerstörung oder Beeinträchtigung ihres Lebensraums durch zunehmenden Schiffsverkehr, den Bau von Offshore-Windkraftanlagen, Erdgas- und ölförderung, sowie die zunehmenden Vermüllung und Verlärmung der Küstengewässer gelten als weitere Bedrohungsfaktoren. Lärm kann die sich akustisch orientierenden Meeressäuger zeitweise aus Gebieten vertreiben, aber auch wie bei Sprengungen von Altmunitionslasten oder dem Einsatz von Airguns (Schallpulsern) bei der Rohstoffsuche Organe direkt schädigen und bis zum Tod führen.

Schweinswale in Schutzgesetzen

Schweinswal als Beifang im Schwarzes Meer
© D. Wenger: Die zwei kleinen Schweinswale waren Beifang in einem Fischernetz im Schwarzen Meer

Der starke Rückgang im letzten Jahrhundert machte schließlich ihre Aufnahme als bedrohte Art in verschiedene Schutzabkommen und Gesetze notwendig. 1984 wurden die Schweinswale unter den Schutz der Bonner Konvention (Convention on the Conservation of Migratory Species, CMS) gestellt, 1993 trat das Kleinwalschutzabkommen ASCOBANS zur Erhaltung der Kleinwale in Nord- und Ostsee in Kraft. Sie sind auf der Roten Liste bedrohter Arten der IUCN als „bedroht“ aufgeführt, auf der nationalen Roten Liste sogar als „stark gefährdet“ und als bedrohte Art in der Berner Konvention aufgenommen.

1992 ist mit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH– oder Habitatrichtlinie) eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union mit der Zielvorgabe beschlossen worden, wildlebende Arten und ihre Lebensräume zu schützen und eine Vernetzung von Gebieten und eine Verbesserung der ökologischen Situation und Wiederansiedlungsmöglichkeiten zu schaffen (Natura 2000). Der Schweinswal ist in der FFH-Richtlinie in Anhang II und IV aufgelistet und eine besonders streng geschützte Art. Für diese Arten müssen Schutzgebiete eingerichtet werden sowie Bedrohungsfaktoren eingedämmt werden. Weiterhin ist geboten, den Schweinswal als FFH-Art bei Eingriffen in seinen Lebensraum in entsprechenden Umweltgutachten zu berücksichtigt. Allgemein sollen sich für bedrohte Arten die Bedingungen verbessern und nicht noch mehr verschlechtern.

DIE RÜCKKEHR DER SCHWEINWALE
An der Nordseeküste haben wir in den letzten Jahren eine besondere Entwicklung zu verzeichnen: 2004 schreibt CAMPHUYSEN über die Rückkehr der Schweinswale an die niederländische Küste. Was er beschrieb, hat sich durch eine großangelegte Nordsee-weite Zählung von Cetaceen bestätigt: SCANS II wurde 2005 mit Flugzeug- und Schiffs-Transektfahrten durchgeführt und zeigte, dass sich im Vergleich zu den Ergebnissen einer gleichen Erhebung ein Jahrzehnt vorher nun etwas grundsätzlich geändert hat: die Schweinswal-Dichte hatte sich umgekehrt, nun wurden viel mehr Schweinswale in der südlichen Nordsee gesichtet und wesentlich weniger in der nördlichen Nordsee. Es handelt sich vermutlich um eine Verschiebung des Vorkommens nach Süden und damit vor unsere Küsten und nicht um eine Erholung und Erhöhung der Schweinswalbestände (SMRU 2006, HAMMOND et al. 2008, WINSHIP 2009). Änderungen im Vorkommen von Nahrung, also Fischschwärmen, durch Fischereifaktoren oder auch durch den Klimawandel und die Erwärmung könnten die Ursache sein.

Erste Sichtungen von Schweinswale in Jade und Weser
Nicht in Flugzählungen, die zum Beispiel regelmäßig vor der niedersächsischen Küste durchgeführt werden, enthalten, sind die Flüsse. Nachdem mir mehrere Segler und Kajakfahrer ab 2006 wiederholt Schweinswale in der Weser vor Nordenham gemeldet haben, habe ich 2007 ein Schweinswal-Sichtungsprogramm für die Fluss-Ästuare und Unterläufe der Flüsse, v.a. Jade, Weser und Elbe ins Leben gerufen.

Gleich im Folgejahr war eines schon sicher: die Kleinen Tümmler schwimmen regelmäßig vor Wilhelmshaven und in der Jade und sie schwimmen in der Weser bis nach Bremen, wo ein Wehr sie an der Weiterreise hindert (WENGER 2010). Zudem halten sie sich zwischen Brake und Elsfleth auf.

Direktor des Aquarium Wilhelmshaven fotografierte einen Schweinswal direkt vor der "Haustür" mit Fisch im Maul
Foto: Dieser Schweinswal mit einem Fisch – vermutlich Wittling – wurde direkt in Wilhelmshaven am Südstrand fotografiert. Hier werden seit 2008 regelmäßig Schweinswale gesichtet.
© Aquarium Wilhelmshaven, W.Hochstetter

In den folgenden Jahren bis heute wurde das Sichtungsprogramm jährlich fortgeführt und durch Berichterstattung in den Medien, die gerne zur Unterstützung des Sichtungsprogramms aufriefen, unterstützt, und dadurch die Bevölkerung informiert und sensibilisiert. Anwohner, Segler, Boots-, Fähr- und Berufsschiffer meldeten ihre Schweinswal-Sichtungen, oft mit vielen Details und Fotos. Alle Daten wurden detailliert gesammelt, ausgewertet und durch eigenen Recherchen ergänzt. Die Ergebnisse sind neu und beachtenswert.

Eindeutig lässt sich ein räumliches-zeitliches Muster des Vorkommens der Schweinswale in den Flüssen erkennen. Jedes Jahr von Anfang März bis Ende Mai, Anfang Juni wurden die Wale an bestimmten Stellen gesichtet, in den anderen Monaten nicht. Dies veranlasst mich zu Recherchen in der historischen Literatur.

Historische Aufzeichnung
In einer alten Ausgabe von Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4, Leipzig 1906, fand ich Folgendes: „Der Braunfisch (Meerschwein, Tümmler, Phocaena communis Less.)…. ist häufig in der Nordsee, geht bis zum Mittelmeer, steigt weit in die Flüsse hinauf (bis Paris, Magdeburg) und verfolgt namentlich die Heringe und Lachse, wobei er die Netze zerreißt, weshalb man ihm eifrig nachstellt. Sein Fleisch ist wohlschmeckend, frisch und gesalzen für die Strandbewohner und Schiffer wertvoll…“

Ebenfalls berichtete der Naturkundler HÄPKE bereits im Jahre 1880 von Braunfischen (Schweinswalen), die an den Badener Bergen (in der Weser bei Achim) Jagd auf Lachse machten. KÖLMEL schreibt 1998 in einer Schriftenreihe des Natureums Niederelbe, dass Schweinswale in der Elbe bis nach Magdeburg geschwommen sind und im Unterlauf beim Spielen gesichtet wurden.

Leider gibt es keine genauen wissenschaftlichen Aufzeichnungen von früher, doch die wenigen Berichte zeigen eines: Anadrome Fischarten, die zum Ablaichen aus der Nordsee in die Flüsse hochsteigen zu ihren Laichgründen im Süßwasser haben Wale schon damals „mitgezogen“.

Dass nicht nur kleine Wale den Fischschwärmen folgten, zeigt uns ein Bild im Rathaus von Bremen: Das Große Walbild des Künstlers Franz Wulfhagen (der Schüler bei Rembrandt gewesen war) im Bremer Rathaus ist mit fast 10 Metern Länge das größte Gemälde eines Wals. Es ist eine maßstabsgetreue, naturalistische Abbildung eines Nördlichen Zwergwals. Im Hintergrund ist der Fluss Lesum zu sehen. Am Bildrand kann man die Inschrift und Geschichte lesen: Anno 1669 am 8. Mai ist ein Walfisch auf dem Sand im Leßmer Strom erschossen und zu Schiffe gebracht und am 9. Mai nach Bremen gefahren worden, woselbst das Fleisch abgeschnitten wurde. Vom Maul bis zum Schwanze maß das Tier 29 Fuß. Weiterhin ist zu lesen, dass der Wal Fischschwärmen so weit flussaufwärts gefolgt war.

Frühjahrs-Flussbeute
Nun lag es auf der Hand, nachzusehen, welche Fischarten heutzutage von März bis Mai, wenn die Schweinswale gesichtet werden, aus der Nordsee zum Ablaichen in die Flüsse einwandern:

Die anadromen Fischarten, die im Frühjahr in den Flüssen Weser und Elbe den Hauptmasseanteil ausmachen, sind Stint (Osmerus eperlanus) und Finte (Alosa fallax). Stintschwärme sammeln sich bereits im Januar in den äußeren Ästuaren und wandern meist Ende Februar in die Unterläufe der großen Ströme, um an sandigen Stellen abzulaichen, ab einer Wassertemperatur über 9 Grad Celsius. Ein Stint ist in der Regel etwa 18 cm, höchstens bis 30 cm lang und wird zur Ablaichzeit auch in Restaurants angeboten.

Die Finte, eine typische Wanderfischart, verbringt etwa ein halbes Jahr als Larve und Jungfisch im Süßwasser und dann als ausgewachsenes Tier 3 bis 8 Jahre im Meer. Zum Laichen wandert sie wieder in die Unterläufe großer Flüsse wie Elbe, Weser und Ems zurück. Sie ist geschützt und auf Anhang II der FFH-Richtlinie gelistet. Sie wird bis 55 cm lang und bis 2 kg schwer.

Stintschwärme und die geschützte Fischart Finte, die durch ihren Schutzstatus heute wieder bessere Überlebenschancen hat als zuvor, zeigen in den Flussläufen eine annähernd gleiche zeitlich-räumliche Verteilung wie die beobachteten Schweinswale. Sie sind mit sehr großer Wahrscheinlichkeit also die attraktive Beute sein, der es zu folgen lohnt. Mehrfach wurden Schweinswale in den Flüssen bei der Jagd auf Stinte beobachtet.

Neuerliches regelmäßiges Vorkommen in den Flüssen
Die Schweinswale sind also nach fast hundert Jahren Abwesenheit nun seit etwa einem Jahrzehnt an die deutsche Nordseeküste zurückgekehrt und in Folge dessen zeigen sie sich wie in früheren Jahrhunderten auch zunehmend in der Jade, Weser und auch Elbe. Dies kann als ein Teilerfolg der EU-Wasserrahmenrichtlinie gedeutet werden, die in den letzten 20 Jahren zu einer Verbesserung der Wasserqualität der Flüsse geführt hat. Mittlerweile konnten viele Fischarten wieder angesiedelt werden und haben sich zahlenmäßig erholt. Dies wurde für Stint und Finte ebenfalls bestätigt (www.fgg.-weser.de, RBC Weser).

Jüngste Wal-Ergebnisse
2013 und vor allem 2016 gab es besonders viele Schweinswal-Sichtungen in Weser und Elbe, vor allem im Hamburger Hafen, mehr als je zuvor. Dies ist zum einen auf die erhöhte Aufmerksamkeit der Anwohner und Wassersportler durch die Berichterstattung in den Medien zurückzuführen, zum anderen aber auch auf die wirklich gestiegenen Anzahlen an Schweinswalen, die den Fischschwärmen in die Flüsse folgen.

Sichtungsmeldungen von Schweinswalen

Schweinswal-Sichtungsmeldungen März bis Mai 2011-2016

© Text/Diagramme: Denise Wenger/ Schweinswale e.V.

Im Folgenden sollen die Ergebnisse besonders für die Weser kurz vorgestellt werden:

Schweinswale in der Unterweser
2013 gingen insgesamt 78 Lebendsichtungsmeldungen ein, zusammengefasst wurden dabei insgesamt 146 Tiere gesichtet. Dies darf jedoch nicht als absolute Zahl genommen werden, da Mehrfachsichtungen und –meldungen beinhaltet sind. Manchmal ist dies offensichtlich, doch für die schnell schwimmenden und tauchenden, nur in etwa 10% der Zeit an der Wasseroberfläche sichtbaren Wale, ist dies allein mit dem Sichtungsprogramm nicht einzugrenzen, sondern bedarf weiterer Untersuchungen und Methoden.

Einzeltiere mit 46% und Duos mit 29% machten zusammen den Hauptanteil bei der beobachteten Gruppengröße in der Weser aus. Im Wesentlichen entspricht dies auch Beobachtungen in Nord- und Ostsee, dass Schweinswale vor allem einzeln oder als Paar schwimmen. Jedoch ist in den Flüssen auch ein höherer Anteil an größeren Gruppen zu verzeichnen, was einmal durch eine bloße Aggregation im engen Flusslauf oder aber vielleicht Jagdstrategien als größere Gruppe erklärt werden kann.

 

Weser 2013 Gruppenzusammensetzung: Meist wurden Einzeltiere und Duos gesehen, Gruppen über 6 Tiere wurden in der Weser 2013 in 5% der Fälle gesichtet; © Denise Wenger

Zeitliche Verteilung der Schweinswal-Sichtungen in der Weser 2013
Ganz markant ist wieder das strenge, saisonale zeitliche Muster zu erkennen: Im März, April und Mai sind mit Abstand und signifikant die meisten Sichtungen verzeichnet, in den restlichen Monaten gibt es nur einzelne oder gar keine Sichtungen. Wie seit Einführung des Meldeprogramm 2007 sind in der Weser Schweinswale im Frühjahr an den Laichgründen der anadromen Fische vorzufinden. Man kann erkennen, dass vor allem bei Brake und von Elsfleth in Richtung Bremen bis zur Abzweigung der Lesum Häufungen (Cluster) von Sichtungen zu erkennen sind. In diesen Gebieten liegen Laichgründe von Stint und Finte, letztere Fischart wird aufgrund ihres Schutzstatus‘ durch ein Monitoringprogramm begleitet. Zudem zeigen sich Cluster aber auch natürlich an besonders einsehbaren oder frequenzierten Bereichen wie beispielsweise Fährstrecken, -anleger oder wenn von ufernahen Büros ein guter Blick auf die Weser in Nähe der Fischlaichgründe gegeben ist.

Tide-Weser
Speziell in der Weser zeichnet sich seit Einführung des Sichtungsprogramms 2007 eindeutig ab, dass Schweinswale fast jährlich regelmäßig von März bis Mai in die Unterweser bis nach Bremen schwimmen, wo ein Wehr sie von der Weiterreise abhält. Als bei dem Hochwasser 2012 alle Schleusen geöffnet waren, wurde ein Duo Schweinswale sogar etwa 6o Kilometer südlich von Bremen gesichtet. Auch die Nebenflüsse Hunte und Lesum werden von einzelnen Tieren aufgesucht.

Die Schweinswale, die meist einzeln oder paarweise gesichtet werden, kommen an den Laichplätzen dann auch in größeren Gruppen vor. Sie halten sich über Wochen vor allem im April an den Laichgründen des Stints auf.

2016 gingen über 90 Schweinswal-Sichtungsmeldungen von Bürgern ein, vor allem aus den einsehbaren Bereichen Höhe Brake und bei der Fährlinie bei Vegesack und Lemwerder. Die Begeisterung der Beobachter ist durchwegs groß, die Wale werden als etwas ganz Besonderes wahrgenommen.

Eigene Beobachtungen und Meldungen von Bürgern zeigen, dass die Wale sehr oft im Uferbereich schwimmen, jagen und ruhen. Deshalb sind sie hier besonders der Gefahr von Kollisionen ausgesetzt, wenn hier schnelle Motorboote fahren. Die Wale können nicht ausweichen bzw. rechtzeitig die Gefahr genau orten und kommen eventuell sogar an die Wasseroberfläche, um zu schauen oder dem Unterwasserlärm zu entkommen.

Clusterungen von Sichtungen finden sich natürlich an Fährlinien und besonders von Spazierwegen einsehbaren Bereichen. Sichtungen z.B. beim Elsflether Sand sind wahrscheinlich unterrepräsentiert, da hier das Gebiet nicht unmittelbar von Land einsehbar ist bzw. keine Fährlinie dort liegt und im Frühjahr nur wenig Wassersportler unterwegs sind. Es wird davon ausgegangen, dass sich hier an den Laichgründen, von Stint und auch der Finte, mehr Schweinswale aufhalten als die Sichtungsmeldungen vermuten lassen. Beobachtungen mit Booten sollen während der nächsten Schweinswal-Saison durchgeführt werden.

Belauschung mit Klickdetektoren (CPODs)
Doch die Zufalls-Sichtungen gibt es nur während der Tageszeit. Um ein unabhängiges Instrument zu haben, das das Vorkommen und die Aktivität von Schweinswalen in der Weser messen kann, wurden Schweinswal-Klickdetektoren, sogenannte CPODs (Continuous Porpoise Detector, von Chelonia, UK) in der Weser installiert. Einige Male im Jahr konnte ich mit an Bord der MS Ruschsand des WSA Bremerhaven und während regulärer Kontroll- und Wartungsfahrten meine Klickdetektoren an drei Pegeln von der Strohhauser Plate bis fast nach Elsfleth mithilfe der WSA-Mannschaft ausbringen.

 

Während regulärer Fahrten der MS Ruschsand konnten Schweinswal-Klickdetektoren in der Weser ausgebracht werden
Kapitän Ralf Berkelmann und Denise Wenger an Bord der MS Ruschsand. Ausschau nach Schweinswalen in der Weser, © WSA Bremerhaven, Station Klippkanne Brake, Hans-Werner Keil

Wie arbeitet ein CPOD?
Der CPOD, bestehend aus einem bruchsicheren, wasserdichten Hartplastikrohr mit kompliziertem technischen Innenleben, ist ein besonderes Hydrophon, das tonale Schalllaute von 20 bis 160 kHz registriert. Die Laute verschiedener Delfin- und Walarten, ebenso wie die typischen Klicks der Schweinswale, die im Bereich um 130 kHz liegen, können damit erkannt werden. CPODs zeichnen Hauptfrequenz, Frequenzverlauf, Lautdauer, Intensität und Bandbreite auf und speichern die Daten in digitaler Form auf einer SD-Karte ab. Zusätzlich wird die Winkelstellung des Gerätes im Wasser und die Wassertemperatur aufgezeichnet. Der CPOD nimmt im besten Falle omnidirektional in einem Aufnahmewinkel zwischen 250° und 110° und pro Minute maximal 4096 Klicks auf. C-POD wird vorsichtig in die Weser gesenkt, unten beschwert durch ein Gewicht, mit einem Seil am Pegel befestigt.

 

Schweinswale bei den Laichgebieten von Stint und Finte geschtet
Pegel in der Weser: Hier in der Nähe werden Schweinswale gesehen. Am Pegel wurde ein Klickdetektor ausgebracht.© Denise Wenger

Was kann ein CPOD?
CPODs können Auskunft geben, wie stark das Gebiet von Schweinswalen aufgesucht wird, also eine relative Häufigkeit angeben, dies wird z.B. in Schweinswal-positiven Minuten, Stunden oder Tagen angegeben. Die Klicklautabfolgen oder Klick“trains“ können sogar Schlüsse über Verhaltensweisen zulassen, so können Klicktrains zur Jagd von den Lauten zur Kommunikation oder zur Orientierung unterschieden werden (KOSCHINKSI et al.), das heißt man kann auch ein wenig über die Nutzung des Gebiets und das Verhalten erfahren. CPODs geben allerdings keine Auskunft über die genaue Anzahl der Tiere. Ihre Reichweite beträgt etwa 200 Meter, diese könnte aber in den Flüssen durch starke Strömungen und Sedimenttransportgeräusche viel geringer sein. Die auf der SD-Karte gespeicherten Daten werden mit einer speziellen Software, „CPOD.exe“, im Computer verarbeitet. Mit einem vom Hersteller (Nick Tregenza, Chelonia) entwickelten und immer wieder verbesserten Algorithmus werden Schweinswal-Klicktrains identifiziert und in Wahrscheinlichkeitsklassen eingeteilt.

Die Daten der Schweinswal-Klicklaut-Ereignisse werden auf einer SD-Karte gespeichert sind.

Fotos: Denise Wenger beim Ausbringen eines Schweinswal-Klickdetektors (C-POD) am Pegel der Strohauser Plate in der Weser. Die C-PODs wurden dankenswerterweise vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) zur Verfügung gestellt.

denise_wenger_beim_ausbringen_der_cpods_copyright_wsa_klippkanne
Denise Wenger beim Ausbringen der CPO
© WSA Bremerhaven, Station Klippkanne Brake, Hans-Werner Keil
Denise Wenger hat CPOd geöffnet und entnimmt SD-Karte
Geöffneter CPOD, Entnahme der SD-Karte mit den gespeicherten Daten
Denise Wenger im Gespräch mit Martin Stein
Der Biologe Martin Stein vom Landkreis Wesermarsch, Naturschutzbehörde Brake, unterstützte die Datenerhebung von Denise Wenger zum Vorkommen der Schweinswale gleich von Anfang an 2007

Ein an der Strohauser Plate ausgebrachter CPOD bestätigte das saisonale Vorkommen der Wale im Frühjahr in der Weser und ebenfalls das Futtersuchverhalten. Eindeutig wurden Klicklautabfolgen identifiziert, die beim Fangen eines Fisches („feeding buzzes“) von den Schweinswalen ausgesendet werden (WENGER & KOSCHINKI 2012).

TOTFUNDE

Gefahren in den Wasserstraßen
Natürlich begeben sich die Wale auf ihrer Reise in die Flüsse, vor allem die Elbe und den Hamburger Hafen, in ein für sie gefährliches Terrain, denn die stark befahrenen Wasserstraßen bergen mit Verschmutzung, Lärm, großen Containerschiffen und schnellen Booten viele Gefahren. Dass sie dies in Kauf nehmen, zeigt uns aber auch, wie attraktiv diese Nahrungsquelle der ablaichenden Fische für die Schweinswale sein muss.

In den Flachenwasserbereichen der Flüsse sind schnelle Motorboote eine Gefahr für die Wale, und Kollisionen sind wahrscheinlich eine der Haupttodesursachen auch in der Weser. Die tot aufgefundenen Wale haben zum Teil Hämatome und Schiffsschraubenverletzung.

Wildunfälle auf dem Wasser unbemerkt

Dieser tote Schweinswal wurde Anfang Mai 2012 bei Kleinensiel angeschwemmt.
Dieser tote Schweinswal wurde Anfang Mai 2012 bei Kleinensiel angeschwemmt.
Von Motorbootfahrern wird ein Zusammenstoß mit den kleinen Walen (meist) nicht bemerkt.

Nicht geklärt ist, wieso es verstärkt zu Kollisionen kommt. Zum einen können die kleinen Wale bei vielen gleichzeitig im Flusslauf fahrenden Schiffen schnelle Motorboote wahrscheinlich nicht richtig und rechtzeitig orten, um auszuweichen. Andererseits besteht die Möglichkeit, dass die Geräusche schneller Motoren oder von Kavitation die Wale veranlassen, an die Oberfläche zu kommen, um sich einen visuellen Überblick zu verschaffen oder aber ihr Gehör in Sicherheit außerhalb des Wassers zu bringen, sprich dem Lärm zu entkommen. In jedem Fall häufen sich Funde von Walen mit Schiffsschraubenverletzungen.

Leider können solche Todesursachen nur an frisch toten Tieren oder durch Beobachtung eindeutig nachgewiesen werden. Liegen die angespülten toten Tiere länger, ist die Verwesung oft schon zu weit fortgeschritten. Zudem können Schiffsschraubenverletzungen auch postmortem passieren, wenn die verendeten Wale an der Wasseroberfläche treiben.

 

Toter Schweinswal
Dieser kleine Schweinswal wurde im April 2012 tot bei Brake gefunden. Er hatte keine äußeren Verletzungen und war in gutem Ernährungszustand.
© G. Mühlner, Landkreis Wesermarsch

Wasserqualität muss noch verbessert werden
Bereits vor einigen Jahren wurde für die Weser ein Hautbefallsbild der Wale beschrieben, das 2016 vor allem auch in der Elbe auffiel: die Wale haben große rundliche weiße Flecken oder Blasen über den gesamten Körper. Dies deutet auf einen Pilz- und bakteriellen Befall hin, der eventuell auf die Wasserverschmutzung der Weser und Elbe mit organischen und chemischen Stoffen zurückzuführen ist. Die gereizte Haut wird von den Mikroorganismen besiedelt.

Walmutter mit Jungem. Die Haut ist befallen und zeigt große runde weißliche Erhebungen. © Karsten Bartel

 

 

Inwieweit auch das Immunsystem beeinträchtigt ist oder andere Erkrankungen vorliegen, müssen weitere Untersuchungen und Analysen erbringen, die z.B. im Institut für Aquatische und Terrestrische Wildtierforschung, Büsum, in standardisierten wissenschaftliche Verfahren zusammen mit angeschlossenen Labors durchgeführt werden können. Die Klärung der Todesursachen und Krankheiten der Wale ist von entscheidender Wichtigkeit.

Toter Wal, der vom Außenbezirk Farge des WSA Bremen geborgen wurde und dank Kooperation und direkter Benachrichtigung anschließend beim Überseemuseum Bremen eingefroren und zur Untersuchung dem ITAW Büsum zugeführt werden konnte.

© Anette Kehlenbeck

Toter Schweinswal wurde geborgen
Toter Schweinswal Weser Nähe Bremen
April 2016

Bedeutung: Regelmäßige Rückkehr in die Weser
Die regelmäßige Rückkehr der Wale fast jedes Frühjahr in den Flusslauf der Unterweser bis nach Bremen deutet schon eine gewisse Bedeutung des Gebietes als Nahrungshabitit an. Obwohl es sich um keinen guten Teillebensraum handelt, scheint die Nahrung, die die Stintschwärme bieten, attraktiv bzw. eventuell sogar nötig zu sein. Wir können nicht bewerten, wie wichtig das Gebiet der Tideweser für die Wale wäre, da sie heutzutage dort keinen natürlichen Lebensraum vorfinden, sondern eine seit mehreren Jahrhunderten stark veränderte und verbaute Schifffahrtsstraße.

Wie würde die Tide-Weser wohl genutzt, wenn die Ist-Zustände noch wesentlich verbessert werden würden, die Wasserqualität noch angehoben, viel weniger organische Stoffe und Pestizide aus der Landwirtschaft eingetragen würden und keine Motorboote als Todesursache vorherrschen würden. Vielleicht könnte man von den Ufern der Weser bei Sonnenuntergang viele Schweinswale in Ruhe beim Jagen oder Ruhen beobachten, ihrem Blas lauschen und sich an diesem Naturschauspiel erfreuen.,Whale Watching vor der Haustür.

Die Weser am Abend ganz ruhig im Sonnenuntergang
Malerischer Sonnenuntergang am Harriersand bei Brake. Hier werden seit 2007 Schweinswale gesichtet. © Denise Wenger

Wir haben heutzutage viele technische Möglichkeiten und auch ein besseres Verständnis von natürlichen Zusammenhängen und ein Grundbedürfnis, auch die Lebensräume besonderer Arten zu erhalten und wieder zu verbessern. Schutzmaßnahmen wie eine temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung für Motorboote während der „Walsaison“ und eine weitere konsequente Verbesserung der Wasserqualität, weniger ökologisch schädliche Baumaßnahmen, aber im Gegenzug Renaturierungsmaßnahmen soweit es möglich ist, wären wünschenswert und sollten unser Vorsatz sein.

 

 

Schutzgebiete der Unterweser
Genaue Populationszahlen für Schweinswale in der Weser existieren bislang nicht. Hierfür wäre ein dedizierter Survey vonnöten, für den es bislang keine Finanzierung gibt. Die systematisch seit 2007 erfassten Zufallssichtungen belegen jedoch eine deutliche Zunahme des Schweinswalvorkommen in der Weser, vor allem in den der beiden Schutzgebieten  „Nebenarme der Weser mit Strohauser Plate und Juliusplate“ (Schutzgebietsnummer: 2516-331) und FFH-Gebiet Unterweser (Schutzgebietsnummer: 2316-331). Diese opportunistischen Daten bieten aber derzeit eine Beurteilungsgrundlage für die Bewertung der Bedeutung der Gebiete als Habitat für den Schweinswal.

Die Regelmäßigkeit, mit der die Tiere in den Schutzgebieten gesichtet werden sowie die Saisonalität des Auftretens der Tiere in diesen Gebieten, mit häufigsten Sichtungsmeldungen aus den Monaten März bis Mai weisen darauf hin, dass die Schweinswale die Gebiete als Nahrungshabitate nutzen (s. Abb. 1 und 2).

Schweinswale und ihre Wanderungen
Abb.1 © Denise Wenger
Schweinswale und ihre Wanderungen
Abb.2 © Denise Wenger

 

 

 

 

 

 

 

Sichtungsmeldungen bei Strohauser Plate, Juliusplate, Elsflether Sand, Lemwerder bis nach Bremen. Im Laufe der letzten Jahre wurde Schweinswale hier immer häufiger gesichtet.

Seit 2007 wurden 292 Sichtungen von Weser-km 0 (Bremen) bis Weser-km 80 (Bremerhaven) registriert, davon allein in 2016 insgesamt 93 Sichtungen. Dabei wurden in 49% Einzeltiere, in 31% Duos, in 9% Dreiergruppen und in 11% Gruppen von mehr als 4 bis zu 20 Individuen gesichtet.  33 Totfunde von Schweinswalen an den Ufern der Weser von Brake flussaufwärts bis Bremen, sowie akustische Detektionen (Wenger & Koschinski 2012) beweisen zusätzlich das saisonale Vorkommen von Schweinswalen in der Unterweser sowie deren Jagdverhalten („feeding buzzes“).

Bestätigt wird das regelmäßige frühjährliche Vorkommen der Schweinswale in Flussunterläufen bei Laichgebieten von Stint und Finte auch durch die zahlreichen Sichtungs-Daten aus der Elbe und dem Hamburger Hafen, die seit 2012 gewonnen wurden. Dies zeigt einmal mehr die Bedeutung der beiden Flussunterläufe als temporäre Nahrungshabitate. Übereinstimmend ist ebenfalls, dass in Jahren, in denen viele Schweinswal-Sichtungen aus der Unterweser registriert wurden, ebenso in der Elbe gleichzeitig viele Sichtungen stattfanden, in Jahren schwacher Aktivität war es ebenfalls für beide Flüsse gleich. Dies bestätigt die zeitliche Bindung des Vorkommens der Wale an die Wanderungen des Stints.

Schutzmaßnahmen für die Wale
Die Rückkehr der Schweinswale in historische Habitate ist als sehr positiv zu bewerten und sollte nach bester Möglichkeit unterstützt werden. Das Ergreifen relevanter Schutzmaßnahmen, wie die Aufnahme des Schweinswals in die Standarddatenbögen der beiden o.g. Schutzgebiete, würde hierzu einen wertvollen Beitrag leisten. Den Schweinswal als Schutzgut und Erhaltungsziel in die Verordnungen aufzunehmen, ist ein wichtiger Schritt. Wie wichtig dieser Teillebensraum für die Wale ist und durch Schutzmaßnahmen erreicht werden kann, wird sich erst durch Langzeitbeobachtung zeigen.

Mein Appell richtet sich an alle Motorbootfahrer, denn sicherlich möchte niemand einen Wal überfahren oder verletzen. Die Wale schwimmen oft zwischen Fahrrinne und Ufer, oft nahe am Ufer und ruhen dort auch. In diesen Bereichen ist äußerste Vorsicht und eine Begrenzung der Geschwindigkeit die einzige Möglichkeit, Kollisionen mit den kleinen Walen zu vermeiden. Man kann sich unter www.schweinswale.de erkundigen, ob die Wale in der Weser sind und wo sie sich aufhalten. Dann heißt es für ein paar Wochen Ausschau halten, umsichtig fahren und natürlich: bitte alle Wal-Sichtungen melden!

Citizen Science – Bürger machen mit!
Die großartige Begeisterung und Beteiligung der Bürger an Weser und Elbe hat zu neuen Ergebnissen über das Vorkommen und Verhalten der Schweinswale geführt und gezeigt, dass auch solche Daten eines freiwilligen Sichtungsprogramms wissenschaftlich auswertbar sind, wenn sie konsequent gesammelt und bewertet werden. Unseren einzigen heimischen Walen so nahe zu kommen wie in Hamburg und der Weser, ist sonst nur Seglern in der Ostsee vergönnt gewesen, nun können es viele Anwohner genießen.

Um mehr über die tatsächliche Anzahl gleichzeitig anwesender Schweinswale in den Flüssen zu erfahren, gibt es seit 2013 den “Schweinswal-Beobachtungstag“, den „Whale Watching and Counting Day“. Hier hat sich der Ostermontag angeboten, denn nach dem Ostereiersuchen, haben vielleicht viele Zeit, nach den Schweinswalen Ausschau zu halten. Mit einer maximalen Beteiligung viele Bürger in einem bestimmten Zeitfenster an Weser und Elbe soll eine möglichst genaue Zählung und Schätzung der Anzahl der Wale möglich werden. Machen Sie mit! Hier ist Bürgerwissenschaft gefragt. Um die Teilnahme noch mehr zu erleichtern, gibt es die Möglichkeit über ein Online-Formular oder direkt telefonisch oder über WhatsApp an 0176-22208271 zu melden. Mit der Entwicklung einer neuen, nutzerfreundlichen App für iOS und Android sowie einer geoinformativen Online-Karte soll das Citizen Science-Projekt zur Schweinswalbeobachtung noch intensiviert und modernisiert werden und auch den Bürgern mehr Möglichkeiten bieten, sich zu beteiligen und auch mehr über die Biologie und Aufenthaltsorte der Schweinswale sowie deren Schutz zu erfahren unter www.schweinswale.de.

Dank
Ganz besonders danke ich allen, die sich mit ihren Meldungen am Schweinswalsichtungsprogramm beteiligt haben. Durch diese großartige Unterstützung aus der Bevölkerung haben wir wertvolle neue Erkenntnisse über die Verbreitung des Schweinswals und sein Verhalten gewinnen können. Das Schweinswal-Sichtungsprogramm ist ein erfolgreiches Beispiel dafür, wie „Citizen Science“ zu neuen Einsichten und auch wissenschaftlich verwertbaren Ergebnissen führen kann, die sonst entweder nicht oder nur durch größere Forschungsgelder erreicht werden hätten können.

Mein besonderer Dank gilt auch den Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern (WSA) Bremen, Bremerhaven, und Hamburg und deren Mitarbeitern in den Außenbezirken Blexen, Frage und Hamburg sowie insbesondere der Außenstation Klippkanne und dem WSA Hamburg, die das Ausbringen der Klickdetektoren (CPODs) in Weser und Elbe ermöglichten und dessen Mitarbeiter sich bei Fahrten aktiv an den Sichtungs-Meldungen beteiligten. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat dankenswerterweise 12 C-PODs für Weser und Elbe zur Verfügung gestellt. Weiterhin danke ich der Naturschutzbehörde Landkreis Wesermarsch, und ganz besonders dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Universität Hamburg für die Unterstützung. Mein großer Dank gilt auch dem Überseemuseum Bremen, das 2016 hilfsbereit und unkompliziert 16 tote Wale in einer Kühlkammer eingefroren hat, die nach Büsum zur Untersuchung am ITAW gebracht werden konnten. Alle Schweinswal-Sichtungen können auf Online-Karten auf der Internetseite www.schweinswale.de / www.walschutz.org eingesehen werden.

© Text und Diagramme: Denise Wenger

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Kontakt:
Denise Wenger
Dipl.-Biol.
Schweinswale e.V.
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81371 München

www.walschutz.org, www.schweinswale.de

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