Citizen Science: Schweinswalsichtungsprogramm

Citizen Science – Bürger machen mit!

Die großartige Begeisterung und Beteiligung der Bürger an Weser und Elbe hat zu neuen Ergebnissen über das Vorkommen und Verhalten der Schweinswale geführt und gezeigt, dass auch solche Daten eines freiwilligen Sichtungsprogramms wissenschaftlich auswertbar sind, wenn sie konsequent gesammelt und bewertet werden. Unseren einzigen heimischen Walen so nahe zu kommen wie in Hamburg und an der Weser, ist sonst nur Seglern in der Ostsee vergönnt gewesen, nun können es viele Anwohner im Frühjahr genießen – wenn die Wale da sind.

Um mehr über die tatsächliche Anzahl gleichzeitig anwesender Schweinswale in den Flüssen zu erfahren, gibt es seit 2013 den “Schweinswal-Beobachtungstag“, den „Whale Watching and Counting Day“. Hier hat sich der Ostermontag angeboten, denn nach dem Ostereiersuchen, haben vielleicht viele Zeit, nach den Schweinswalen Ausschau zu halten. Mit einer maximalen Beteiligung viele Bürger in einem bestimmten Zeitfenster an Weser und Elbe soll eine möglichst genaue Zählung und Schätzung der Anzahl der Wale möglich werden. Machen Sie mit! Hier ist Bürgerwissenschaft gefragt. Um die Teilnahme noch mehr zu erleichtern, gibt es die Möglichkeit über ein Online-Formular oder direkt telefonisch oder über WhatsApp an 0176-22208271 zu melden. Mit der Entwicklung einer neuen, nutzerfreundlichen App für iOS und Android sowie einer geoinformativen Online-Karte soll das Citizen Science-Projekt zur Schweinswalbeobachtung noch intensiviert und modernisiert werden und auch den Bürgern mehr Möglichkeiten bieten, sich zu beteiligen und auch mehr über die Biologie und Aufenthaltsorte der Schweinswale sowie deren Schutz zu erfahren unter www.schweinswale.de.

Dank

Ganz besonders danke ich allen, die sich mit ihren Meldungen am Schweinswalsichtungsprogramm beteiligt haben. Durch diese großartige Unterstützung aus der Bevölkerung haben wir wertvolle neue Erkenntnisse über die Verbreitung des Schweinswals und sein Verhalten gewinnen können. Das Schweinswal-Sichtungsprogramm ist ein erfolgreiches Beispiel dafür, wie „Citizen Science“ zu neuen Einsichten und auch wissenschaftlich verwertbaren Ergebnissen führen kann, die sonst entweder nicht oder nur durch größere Forschungsgelder erreicht werden hätten können. Durch zusätzliche Untersuchungen zu den Todesursachen und Gefährdungsursachen für die kleinen Wale in den Flüssen können wir nun konkrete Schutzmaßnahmen fordern, damit ihr Aufenthalt nicht zur Todesfalle wird.

Mein besonderer Dank gilt auch den Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern (WSA) Bremen, Bremerhaven, und Hamburg und deren Mitarbeitern in den Außenbezirken Blexen, Frage und Hamburg sowie insbesondere der Außenstation Klippkanne und dem WSA Hamburg, die das Ausbringen der Klickdetektoren (CPODs) in Weser und Elbe ermöglichten und dessen Mitarbeiter sich bei Fahrten aktiv an den Sichtungs-Meldungen beteiligten. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat dankenswerterweise 12 C-PODs für Weser und Elbe zur Verfügung gestellt. Weiterhin danke ich der Naturschutzbehörde Landkreis Wesermarsch, und ganz besonders dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Universität Hamburg für die Unterstützung. Weiterhin danke ich der Deutschen Umwelthilfe und der Gesellschaft zur Rettung der Delphine für die anfängliche finanzielle Unterstützung. Mein großer Dank gilt auch dem Überseemuseum Bremen, das 2016 hilfsbereit und unkompliziert 16 tote Wale in einer Kühlkammer eingefroren hat, die nach Büsum zur Untersuchung am ITAW gebracht werden konnten. Alle Schweinswal-Sichtungen können auf Online-Karten auf der Internetseite unter http://walschutz.org/interaktive-sichtungskarten/ eingesehen werden.

Denise Wenger